Sonntag, 16. April 2017

Zugleben




Während ich kürzlich im Zug saß, regte ich mich darüber auf meine Kopfhörer vergessen zu haben. Eigentlich wollte ich den Lärm ausblenden, aber das war nicht nötig. Zugfahrten hatten für mich immer etwas Unentspanntes und Stressiges an sich. Doch das war dieses mal anders. Es war weder schreiendes Kind zu hören, noch irgendwelche Fußballfans die gerade betrunken von einem Spiel kamen und über die Sitze grölten. Ich teilte mir das Abteil mit zwei Mitfahrern, doch es war ruhig, ja sogar einfach mal still. Noch nie habe ich bei einer Fahrt dieses Gefühl von Ruhe und Zeit verspürt. Schnell vergaß ich die Tatsache, dass ich mich in die Musik flüchten wollte und zum Glück hatte ich eine Zeitschrift und mein Skizzenbuch dabei. Die Zeitschrift lag schon seit einigen Tagen ungelesen, ja sogar unberührt auf dem Tisch. Ich arbeitete mich durch und kritzelte meine Ideen zu einem Projekt in das kleine Büchlein. Es wurden immer mehr Bilder und ich hatte Angst meine Station zu verpassen. Schnell griff ich zum Handy und schaute auf die Uhr. Kein Empfang und noch genug Zeit. "Was mache ich jetzt nur?" Ich holte meinen Terminplaner aus der Tasche und plante die nächste und übernächste Woche. Zwischendurch wurde auch nochmal in das Skizzenbuch gemalt. Irgendwann legte ich den Stift beiseite. Kein Empfang, kein Internet und das beste von allem, nichts zu tun. Ich lehnte meinen Kopf an das Fenster und mir fiel zum ersten Mal auf, wie schön die Strecke ist, die ich alle paar Wochen abfahre. Ich sah den Rhein, Bäume, Schiffe und hin und wieder kleine Dörfer die im Licht der untergehenden Sonne so idyllisch aussahen. Es klingt vielleicht übertrieben, aber diese Zugfahrt war wirklich eine Bereicherung. Ich war produktiv, kreativ und sogar entspannt. Weder Zeitdruck noch Stress konnten mir etwas anhaben. Als ob dieser Zug mich vor genau diesen Dingen abgeschottet und mir eine Auszeit gegeben hat. Zeit, die ich nutze um Energie zu tanken, bevor das Leben wieder in Normalgeschwindigkeit an mir vorbeizieht.




Freitag, 31. März 2017

Attack or retreat?

[EN]

I didn't aim, and didn't get shot.
I am not hurt, or did hurt.
I didn't loose, and didn't win.
I tried, but still failed.
We got in our own way.
We both gave up so easily.
I didn't shoot, so did you.
Truce stayed
And hearts that either were hurt or fulfilled.



[DE]

Angriff oder Rückzug?

Ich habe nicht gezielt, und wurde auch nicht getroffen.
Ich bin nicht verletzt, noch habe ich verletzt.
Ich habe nicht verloren, aber auch nicht gewonnen.
Ich habe es versucht, doch bin gescheitert.
Zwei, die sich selber im Weg stehen. 
Zwei, die aufgegeben haben.
Ich habe nicht geschossen, genauso wie du.
Waffenstillstand.
Das bleibt uns.
Und Herzen, die weder verletzt noch erfüllt sind.

Donnerstag, 19. Januar 2017

True kindness

[EN] We think we know better, we want to lecture people because we want to help. But we fail most of the time because we don't learn from others. We don't want to put down our own stubbornness.We don't start by ourselves. We forgot to listen to people when they speak. Not just to hear their words out but to understand a person with respect and tolerance. We forgot to really comprehend their pain, anger, happiness and love. We forgot to feel and show our understanding towards another. And in the end we forgot so many things that the humanity inside of us got less. Everyone can pretend. Understanding, advocating and practicing - This is the art of being truely kind.